Senfherstellung mit der Steinmühle

Eine wesentliche Erleichterung des ursprünglichen Zerreibens von Körnern wurde durch die Einführung der Handmühle erreicht. Sie ist zu uns etwa zurzeit Christi, wahrscheinlich aus Gallien gekommen. Ihr alter Name ist Querne, der noch in Ortsnamen wie Querum oder Querenhorst enthalten ist und bestand aus zwei runden Mahlscheiben aus Granit.

 

Unmittelbar von der Querne abzuleiten ist eine kleine Form von Handmühlen, die in unserer Gegend noch bis mindestens ins 19. Jahrhundert im Gebrauch waren, der Überlieferung nach als Senfmühle. Gezeigt werden sie unter anderem im Bomann-Museum in Celle und im Landesmuseum in Braunschweig.

 

Da in Nordsteimke keine Senfmühle mehr vorhanden war, haben wir eine solche Mühle nachgebaut. Der Mühlentopf ist aus Velpker Sandstein, der Mahlstein aus einem Sandstein von einem Nordsteimker Acker. Die braune Farbe dieses Steines entsteht durch Eisenoxid. Wenn Sandsteine im eisenhaltigen Wasser (z.B. unter dem Steimker Berg) liegen, bildet sich an ihrer Oberfläche eine Eisenoxidschicht. Diese Schicht ist sehr hart und dadurch abriebfest.

 

Das Senfkorn wird durch ein Loch in der Mitte des oberen Mahlsteines geschüttet und weiter, durch drehen des oberen Steins, zwischen die beiden Steine geleitet. Hier wird es gemahlen und dann durch eine Öffnung an der Vorderseite der Mühle als Senfmehl ausgeworfen. Das grobe Senfmehl wird gesiebt und mit etwas Essig, Öl, Salz und Wasser verrührt. Nach einer Reifezeit von ein bis zwei Tagen ist der grobe Bauernsenf fertig.

 

Wir führen die Senfherstellung immer beim Adventsmarkt in Nordsteimke vor. Kinder drehen die Mühle immer mit Begeisterung.