Reisigbesen binden

Eines der ersten handwerklichen Tätigkeiten war das Herstellen von
Reisigbesen.

 

Diese Besen wurden früher in den Wintermonaten von den Bauern und den in der
Landwirtschaft Beschäftigten selbst hergestellt.

 

Für die Tagelöhner war dies auch eine Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen, wenn sie die von ihnen hergestellten Besen verkaufen konnten.

 

Wir verwenden für die Besen Birkenreisig. Dieses holen wir aus „Hoppen Tann“, einer
Eichenanpflanzung des Grafen von der Schulenburg. Im November und im Februar
fällen wir die jungen Birken zwischen den Eichen, schneiden die dünnen Zweigspitzen
auf Besenlänge ab und binden sie zu Bunden zusammen. Diese lagern wir, vor
Sonne und Regen geschützt, bis wir sie verarbeiten wollen. Aus den oberen
Stammenden schneiden wir gleich die Stiele.

 

Franz Frankiewicz, unterstützt von Franz Reitmeier, sind unsere Besenbinder, die bei
Vorführungen von anderen Steinbekers unterstützt werden. Franz Frankiewicz hat
für den Pressvorgang eine Vorrichtung gebaut, mit der die Reiser vor dem
Zusammenbinden verdichtet werden.

 

Die Stiele werden auf einer Töjebank mit dem Ziehmesser bearbeitet.

Das Birkenreisig wird immer von einer großen Gruppe Steinbekers aus dem
Wald geholt. Den Abschluss bildet immer ein, durch Inge Frankiewicz vorbereitetes, rustikales Frühstück im Freien.
Dieses fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe.