Rapsöl, ein begehrtes Speiseöl in schlechten Zeiten

Aus Raps, Rübsen oder Mohn wurde früher beim Ölmüller das Speiseöl gewonnen. Viele Bewohner des Dorfes hatten aber auch eigene kleine Hand - Ölmühlen. Während des zweiten Weltkrieges und in der Zeit danach erinnerte man sich wieder an die Mühlen und es wurde aus Raps das Öl gewonnen. Das Öl wurde zum Braten, aber auch mit Zwiebeln und Salz abgeschmeckt, zu Pellkartoffeln gegessen. Dadurch konnte die Fettknappheit in dieser Zeit verringert werden.

 

Die einfachen Rapsmühlen wurden vom Schmied, aber auch von Mitarbeitern Wolfsburger und Braunschweiger Industriebetrieben gefertigt und bei den Bauern gegen Naturalien getauscht. Die Mühle ähnelt einem Fleischwolf. Er hat eine Wendelwelle, die in einem Rohr läuft. Das Rohr wird durch ein abschraubbars Endstück abgeschlossen. Die Welle presst den Raps gegen das Endstück. Am Ende des Rohrumfanges sind kleine Bohrungen durch die das gepresste Öl austritt. Der ausgepresste Rapskuchen wird durch eine Bohrung im Endstück gepresst.

Aus 8 kg Raps kann ein Liter Öl gewonnen werden. Dazu benötigt man rund eine Stunde.

 

In Nordsteimke sind noch Mühlen für Hand-, aber auch für Maschinenantrieb vorhanden.

 

Wir Steinbekers haben uns an die Herstellung von Rapsöl erinnert und im Landwirtschafts-museum Wolfsburg, aber auch in Nordsteimke vorgeführt. Das gewonnene Rapsöl konnte zu Pellkartoffeln verkostet werden. Seit Jahren bieten wir unser kalt gepresstes Rapsöl auf dem Nordsteimker Adventsmarkt an.