Holz biegen für eine Dreschflegel-Kappe

Alte Dreschflegel waren in Nordsteimke noch vorhanden. Einige waren reparaturbedürftig. Die Nacharbeit einer Holzkappe, das drehbare Teil am Flegelstiel, war eine Herausforderung. Hier muss das Holz in der Mitte um 180° gebogen werden. Holz lässt sich biegen, wenn es im Wasserdampf rund eine Stunde erhitzt wird. Früher hat man das vorgearbeitete Holz auf die Schweinekartoffeln im Dämpfer gelegt. Wenn die Kartoffeln gar waren, war auch das Holz so weit gedämpft, dass es elastisch wurde und gebogen werden konnte. Durch das Erwärmen im Wasserdampf wird das Lignin, welches die Holzfasern zusammenhält, weich und die Holzfasern können gezogen oder gestaucht werden ohne zu brechen. Wir haben uns eine Dämpfvorrichtung selbst gebaut.

 

Gut geeignet ist nach unseren Erfahrungen Eibe, aber auch Eiche, Fichtenzweige und Wurzel.

 

Ein 50 cm langes, astfreies Eibenholz von 5 -6 cm Durchmesser wird der Länge nach aufgeschnitten. Der harte, rote Kern wird entfernt. Der Halbkreis soll so groß sein, dass er den Durchmesser des Stieles hat.

 

In der Mitte wird ein 1 cm dicker Steg ausgearbeitet der so lang sein muss wie der Umfang des Biegedorns. Als Biegedorn verwenden wir ein Rohr von 3 cm Durchmesser.

 

Nach diesen Vorarbeiten muss das Holz im Wasserdampf gedämpft werden. Nach einer Stunde ist der Steg so weich geworden, dass er über den Biegedorn gebogen werden kann. Damit die beiden Halbschalen gut übereinander liegen, wird ein Rundholz oder der spätere Stil zwischen die Halbschalen gelegt. Wenn die Halbschalen zusammengedrückt sind werden sie mit einem Bindedraht zusammengehalten.

 

Das Holz muss nun einen Tag abkühlen. Nach dieser Zeit behalten die Halbschalen ihre Form und können weiter bearbeitet werden.

 

Dreschflegel